Sekundäre Pflanzenstoffe als Abwehr- und Kommunikationsmittel
Das Gemisch sekundärer Pflanzenstoffe, das eine Pflanze zur Heilpflanze für Mensch und Tier werden lässt, übernimmt auch in der Pflanze wichtige Aufgaben. Pflanzen schützen sich mithilfe dieser Substanzen vor diversen Fressfeinden, zum Beispiel vor Insekten, Bakterien, Pilzen oder Viren. Sie halten damit aber auch konkurrierende Nachbarpflanzen auf Abstand oder schützen sich vor zellschädigender UV-Strahlung. Die UV-schützende Wirkung können wir häufig an einer rötlichen Blatt- oder Fruchtfärbung erkennen. So bekommen Äpfel im Sonnenlicht rote Bäckchen, Brombeeren färben sich bis zur Reife tief rot bis violett. Sekundäre Pflanzenstoffe sind zudem Basis der pflanzlichen Kommunikation. Als Duftstoffe ziehen sie Bestäuber an. Als Farbstoffe, die Blüten, Früchte oder Samen auffällig einfärben, sorgen sie für den Fortbestand und die Verbreitung der Art. Über die Wurzel ausgeschiedene Pflanzenstoffe sind Nachrichten an Nachbarpflanzen.
Für diese Vielzahl an Aufgaben haben die Pflanzen eine Vielfalt an Inhaltsstoffen entwickelt, die als Gemisch hochkomplexe Aufgaben übernehmen. Diese Vielstoffgemische, die die Pflanzen an ihrem festen Standort widerstandsfähiger machen, bieten uns Menschen eine bis heute unüberschaubare Bandbreite an biologisch wirksamen Inhaltsstoffen.