Antibiotikaresistenzen sind lebensbedrohlich
Seit dem Jahr 2000 ist der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin um 48 Prozent gestiegen. Dieser großflächige Einsatz von Antibiotika in der Human- als auch Tiermedizin führt zunehmend zu Resistenzerscheinungen. Das kann die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten zu einer echten medizinischen Herausforderung machen. Die Einzelwirkstoffe verlieren ihre Wirkung. Als letztes Mittel werden häufig Kombinationen aus unterschiedlichen Antibiotika mit erhoffter Breitbandwirkung eingesetzt. Zeigt eine solche Antibiotika-Paarung nicht den gewünschten Erfolg, spricht man von einer Multiresistenz, die für den betreffenden Patienten eine Lebensgefahr darstellen kann.
Mehr als 1,2 Millionen Menschen weltweit starben 2019 unmittelbar infolge von Infektionen mit Krankheitserregern, die resistent gegen Antibiotika waren. Das ergab eine groß angelegte Studie eines Teams um Prof. Dr. med. Mohsen Naghavi vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Seattle (USA) (Murray et al. 2022). Schätzungen zufolge könnte laut der Studie bei 4,95 Millionen Menschen weltweit eine Antibiotikaresistenz mitverantwortlich für ihren Tod gewesen sein.