Viscum album - Misteltherapie

Die weißbeerige Mistel (Viscum album L.) ist eine immergrüne, im Winter blühende Pflanze, die als Halbschmarotzer auf Laub- und Nadelbäumen vorkommt.

Die Misteltherapie

Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte die medizinische Misteltherapie eine Renaissance, als auf Anregung Dr. Rudolf Steiners Mistel-Präparate zur Injektion entwickelt wurden. Seine Annahme war, dass Misteln bei Krebs die Selbstheilungskräfte anregen. Tatsächlich bewirken Mistelanwendungen die Stärkung des Immunsystems, was sich auf vielfältigen Ebenen nachweisen lässt.

Trotzdem findet die Misteltherapie in der ärztlichen Praxis heute noch keinen breiten Eingang, obgleich zahlreiche positive Fallbeispiele vorliegen und klinische Studien eine Verbesserung von Lebensqualität und Überlebenschancen von Krebspatienten belegen. Zudem konnten mittlerweile viele biologisch aktive Inhaltsstoffe der Mistel identifiziert werden, die immunologische und DNA-protektive Wirkung besitzen. Für eine breite Anwendung muss jedoch auch für die Wissensvermittlung im Medizinstudium und in der ärztlichen Weiterbildung gesorgt sein.

Die Verbesserung der Lebensqualität ist ein anerkanntes und notwendiges Ziel in der Krebstherapie. Die Behandlung mit Mistelpräparaten bietet u.a. hierfür ein erhebliches Potenzial. Die Stiftung Integrative Medizin fördert Projekte in Forschung, Ausbildung und Therapie — für eine optimale, professionelle Versorgung der Patienten.

Weitere Informationen zur Misteltherapie finden Sie hier: www.mistel-therapie.de

Mistelchen und seine Freunde

Großer Erfolg: das Symposium 100 Jahre Misteltherapie bei Krebserkrankungen 

100 Jahre Misteltherapie bei Krebserkrankungen

Ein wissenschaftliches Symposium in der Filderklinik feierte mit der Stiftung Integrative Medizin

Anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der Mistelanwendung in der Krebstherapie und des 2. Gründungsjubiläums der Stiftung Integrative Medizin fand am 18.10.2017 in der Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden eine Doppelfeier mit einem nachmittäglichen Wissenschaftssymposium und einer festlichen Abendveranstaltung statt. „Es drängte sich nahezu auf“, so Dr. Wolfgang Schuster, Mitgründer der Stiftung Integrative Medizin, „eine Verknüpfung dieser beiden Veranstaltungen am klinischen Einsatzort der Misteltherapie, dem Zentrum für integrative Onkologie der Filderklinik, herzustellen. Ein Symposium zum Stand der Wissenschaft und Forschung in der Misteltherapie und eine Stiftung, deren Hauptziel in der Forschungsförderung der Misteltherapie liegt, bilden eine naturgemäße Symbiose“, so der Stiftungsgründer weiter. Unter dieser Zielsetzung hatten am Nachmittag namhafte Wissenschaftler und Ärzte zum Stand und den Erfolgen der modernen Misteltherapie in den onkologischen Schwerpunktgebieten der Behandlung des Mammakarzinoms, des Pankreaskarzinoms sowie der palliativen Therapie referiert. Auch der Festvortrag des Freiburger Forschers Dr. Gerhard Kiene am Abend war der Wirksamkeit der Mistel in der Krebstherapie gewidmet. Einigkeit bestand darin, dass nach 100-jähriger Erfahrung im Einsatz und in der Erforschung dieser außergewöhnlichen Pflanze die wissenschaftlichen und klinischen Grundlagen gelegt sind, die Misteltherapie im Schulterschluss mit klassischen onkologischen Therapien in eine breitere medizinische Anwendung zu führen, da die Wirkung nachgewiesenermaßen positiv und lebensqualitätsverbessernd ist. „Es ist nur zu wünschen, dass die Stiftung Integrative Medizin eine erfolgreiche Entwicklung erfährt“, so Dr. Kiene zum Abschluss seines Vortrags „ da sie einen zentralen Beitrag zur weiteren Erforschung der Wirkungsweisen der Mistel in der Krebstherapie leisten und damit einen großen Fortschritt für die integrative Onkologie herbeiführen kann.“

Lesen Sie hier einen Bericht über das Symposium.